Problemlöser auf der Feldebene

Der Erwerb des IT-Hauses Resolto Informatik durch Festo im April 2018 trägt Früchte: KI von Resolto kann jetzt die Steuerung CPX-E-CEC und den neuen Motor-Controller CMMT von Festo überwachen. Tanja Krüger, Geschäftsführerin von Resolto, erläutert die Hintergründe.

Markt&Technik: Welche Aufgaben erfüllt die Resolto-KI in der Steuerung und dem Motor-Controller von Festo?

Tanja Krüger: Die beiden Geräte lassen sich jetzt mit Machine-Learning-Algorithmen von Resolto erweitern und bieten dann intelligentes Prozess-Monitoring. Auf der SPS IPC Drives präsentieren Festo und Resolto eine erste gemeinsame KI-Lösung, und zwar zum Handling von Batterien bei der Detektion fehlerhafter Exemplare. Ein Handling-Portal hebt dabei die Batterien an. Die Resolto-KI überwacht in der Steuerung die Motorströme und Positionswerte der Achse. Treten dabei Anomalien auf, etwa wenn das Handling eine zu schwere Batterie oder ins Leere greift, wird eine Meldung erstellt und über das Festo-IoT-Gateway an die Cloud gesandt, die als zentrale Überwachungsinstanz dient. Bei Festo heißt die Cloud „My Dashboards“, bei anderen Herstellern kann es auch das eigene Portal oder die eigene SCADA-Oberfläche sein, die über eine REST-Schnittstelle (Representational State Transfer) auf die interpretierten Daten der KI zugreifen.

Wir zeigen diese KI-Lösung als ein erstes Beispiel für die neue Generation industrieller KI, die direkt an der Maschine Daten interpretiert und künftig Herstellern ebenso wie Betreibern deutlich mehr Transparenz bringen wird.

Gibt es schon weitere gemeinsame Anwendungsfälle?

Tanja Krüger: Weitere gemeinsame Anwendungsfälle sind bereits in Planung und Umsetzung. So können die Algorithmen in Zukunft auch selbstständig Aktionen auslösen, wie Maschinen stoppen, deren Einstellungswerte optimieren oder fehlerhafte Teile ausspeisen. Gemeinsam mit Festo werden wir immer mehr fertige Anwendungsmodelle für die KI zur Verfügung stellen.

Wie verteilt sich Ihre KI-Software auf solche Systeme?

Tanja Krüger: Unsere KI-Software „Resolto Prognos“ besteht aus zwei Komponenten; die eine nennt sich „Field“, die andere „Brain“. Field läuft immer maschinennah, etwa in einer kleinen Steuerung. Zur Anwendung kommt ein vortrainiertes Modell, das nur minimale Anforderungen an eine Hardware stellt und auch ohne jede Datenverbindung zur zentralen, in der Cloud angesiedelten Komponente (Brain) zuverlässig Datenströme interpretiert.

Kunden können künftig mit den IoT-Gateways von Festo als „Field“-Hardware ihre Maschinen und Anlagen ohne Datenübertragung überwachen lassen und dabei die unterschiedlichsten Ziele verfolgen. Die IoT-Gateways verbinden sich bei Bedarf mit der Cloud „My Dashboards“, in die ein „Brain“ mit Zugriff auf viele vorkonfigurierte Anwendungsmodelle eingebettet ist.

Maschinen zu überwachen und zu optimieren, ist der jetzt anwendbare Stand der Technik, aber wir arbeiten bereits an noch leistungsstärkeren Algorithmen, die sich auf der Feldebene selbst trainieren können. Für die kollaborative Robotik ist dies sehr interessant.

Quelle: https://www.computer-automation.de/feldebene/vernetzung/artikel/160141/

 

Hinweis: Die KI-Software "Resolto PROGNOS" heißt nun SCRAITEC.